Literaturwissenschaftliche Web-Recherchen

Die literaturwissenschaftliche Recherche nutzt nicht nur neue Medien, sondern setzt auch auf neuen Strukturen und Praktiken auf. Das ist nicht verwunderlich, wird aber in Forschung und Lehre kaum reflektiert. Auf der Basis einer Umfrage unter Studierenden untersucht der Beitrag die Praxis von Studierenden unter den neuen Studien- und Medienverhältnissen.

Jetzt erschienen unter dem Titel: Paradigmenwechsel- Zur Neuausrichtung der literaturwissenschaftlichen Recherche im Kontext von WorldWideWeb und studentischen Effizienztrateegien. In: Jahrbuch für Internationale Germanistik XLVI (2014), H. 1, S. 9-21.


Neue Ausgabe des JUNI-Magazins erschienen

Erzählte Wirtschaftssachen. Ökonomie und Ökonomisierung in Literatur und Film der Weimarer Republik.

Hrsg. von Gregor Ackermann, Walter Delabar und Michael Grisko 
Themen: Kino und Inflation (Stiasny), Der Zusammenbruch der Damrstädter und Nationalbank (Radu), Filmromane als Spieel der Moderne (Grisko), Franz Jungs „Eroberung der Maschinen“ (Stahl), Sternheims „Fairfax“ (Lutz), Brechts „Mahagonny“ (Balint), Angestelltenromane (Nowak), Großstadt als höfische Gesellschaft (Kluger), Walsers „Räuber-Roman“ (Hobus), Politisch-ökonomische Doppelkrise bei H. und Th. Mann (Oelkers), Hessels Flaneur (Gemmel), Sexuelle Progression und ökonomischer Progress (Burgdorf), Warenhaus und Weibblichkeit (Lenz), Ökonomie und Sport im Fußballroman (Sicks), Fetischismus und Theatralität bei Nestroy und Horvath (Bertschik), Agrarökonomen (Delabar)

Außerdem Beiträge zu Polly Tieck/Kata Launisch/Polly Launisch (Ackermann, Emonts), Luise von Landau in Benjamins „Berliner Kindheit“ (Brodersen), einem unbekannten Brief von Hermann Ungar (Ackermann, Vollmer) und Kurt Tuchoslkys „Türke“ (Sölcün).

Erhältlich in jeder Buchhandlung und beim Aisthesis-Verlag.


Erzählte Wirtschaftssachen

Ökonome, Ökonomie und Ökonomisierung in der Literatur und im Film der Weimarer Republik

Ökonomische Faktoren spielen in der Geschichte der ersten deutschen Republik, der Weimarer Republik, eine große Rolle. Die Hinterlassenschaften der Kriegswirtschaft – mit Reparationsforderungen und Kriegsschulden – und die sich daran anschließenden Auseinandersetzungen um eine demokratische Wirtschaftsform prägten die Anfangsjahre der Republik. Stellte sich vor dem Hintergrund des Aufstandes der Arbeiter- und Bauernräte nicht nur die grundsätzliche Frage nach der auch ökonomischen Organisation des Gemeinwesens, waren es nach Kriegsende auch ganz praktische Fragen, wie die außenwirtschaftliche Isolation, die mangelnden Rohstoffe, die Staatsverschuldung und der sozialstaatliche Neubeginn  die einen langen Weg zur Friedenswirtschaft in allen Bereichen (Agrarwirtschaft, Handel und Gewerbe, Kaufkraft, Arbeitnehmerrechte) – und dies im Kontext eines durch den Krieg gestörten europäischen Wirtschaftsraums – versprachen. 
Die Inflation wird zur Urkatastrophe der Republik und verändert die gesellschaftlichen Grundlagen der jungen Republik noch einmal radikal. 

Mit Beiträgen von Kai Sicks, Thomas Lenz, Dirk Hempel, Anna Burgdorf, Philipp Stiasny, Michael Grisko, Walter Delabar, Iuditha Balint, Christiane Nowak, Enno Stahl, Alexander Kluger, Jens Hobus, Daniel Lutz, Robert Radu, Mirko Gremmel, Ann-Cathrin Oelkers, Julia Bertschik

und weiteren Beiträgen im Magazin von Hartmut Vollmer, Frauke Schlieckau, Martina Emonts, Polly Tieck und Momme Brodersen

Erscheint im Spätsommer 2013 als JUNI Heft 47 / 48 und als Sammelband im Aisthesis Verlag, Biefefeld. Hrsg. von Michael Grisko, Gregor Ackermann und Walter Delabar


Soeben erschienen!

Liebe ist mehr als nur ein Gefühl, sie steht nicht zuletzt dafür ein, dass eine Gesellschaft wirklich funktioniert. An ihrem Zustandekommen lässt sich das wenigstens sehr genau ablesen.
Der von Helga Meise und Walter Delabar herausgegebene Band widmet sich diesem Thema, das an Aktualität nicht verloren hat.

Liebe als Metapher. Eine Studie in elf Teilen. Hrsg. von Walter Delabar und Helga Meise. Frankfurt/M.: Lang 2013.


Walther Rathenau – ein moderner Politiker

Vortrag zum 5. Walther Rathenau Tag auf Schloss Freienwalde am 5.11.2011

Walther Rathenau war ein Repräsentant der Moderne, in ihm kann man vielleicht sogar den Phänotyp der Moderne erkennen , also eine Gestalt, wie sie eben nur hier, nur zu Beginn dieses 20. Jahrhunderts in dieser Form auftauchen konnte. Er war auch zweifelsohne ein Politiker und er war ein Politiker, der in seiner Zeit weitaus mehr Voraussicht bewiesen hat als die meisten seiner Kollegen – aber ein moderner Politiker? Wenn man darunter ein Profil versteht, wie es in der heutigen politischen Wahrnehmung allgemein ist – dann wohl nicht. Und wenn doch, dann unter welchen Prämissen?

Rathenau Vortrag Text