Da haben wir den Salat …

Über Männer in Hans Falladas „Wolf unter Wölfen“

Männer spielen eine besondere Rolle in Hans Falladas Roman „Wolf unter Wölfen“. Jetzt ist ein Beitrag zu den Männlichkeitskonzepten im Roman und deren Abweichung zum klassischen Konzept in Falladas Erfolgsroman „Kleiner Mann – was nun?“ in der Jahresschrift-der-Hans-Fallada-Gesellschaft e.V., Feldberg, erschienen: Walter Delabar: Experimentum mundi. Eine Skizze zu den männlichen Rollenmodellen in Hans Falladas Roman „Wolf unter Wölfen“. In: Salatgarten. Jahresschrift der Hans-Fallada-Gesellschaft e.V. Feldberg 32 (2023), S. 21-26. Erhältlich von der Hans-Fallada-Gesellschaft: https://fallada.de/salatgarten/ Preis: 20,00 Euro zzgl. Versand.


Gregorianische Gesänge

Der JUNI kommt in die Jahre und das trifft auch seine Herausgeber: Gregor Ackermann zum 70. Geburtstag

Gregor Ackermann hatte schon 2021 seinen runden Geburtstag, aber trotzdem soll er jetzt geehrt sein. Die Beiträger/innen des neuen JUNI sind allesamt mehr oder weniger Gregor Ackermann zu Dank verpflichtet, haben mit ihm zusammengearbeitet oder haben von seiner Großzügigkeit profitiert. Hier zahlen sie ein wenig von ihrer Schuld zurück. Wer allerdings Freundlichkeiten erwartet, täuscht sich: Der neue Band ist voll von Entdeckungen und Fundstücken: Texte von Thomas Mann, Helen Grund (manchen besser als Helen Hessel bekannt), Ruth Landshoff-Yorck – dazu Beiträge über die Heinrich Mann-Porträts Willi Geigers, die Rundfunkarbeiten Walter Benjamins, Heinrich Manns Engagement gegen den Faschismus, Walter Hasenclevers Wende zum Pazifismus, zum Barkenhoff-Experiment des Malers Heinrich Vogeler, zu Lou Straus-Ernst und Karl Otten, zu den Deutschland-Fotobüchern aus dem Hause Langewiesche und zur Biografie Karl Jakob Hirschs. Den Abschluss bildet die Diskussion eines Essays von Helmuth Kiesel zu Emil Strauß.

Den Anfang aber bildet ein Beitrag von Edmund Wizisla zu Bertolt Brechts persönlicher Bibel, die er nicht nur gnadenlos ausgeschlachtet, sondern ein wenig gestaltelt hat, wie auf dem Umschlag des JUNI zu sehen (Dank an die Akademie der Künste, Berlin, für die Abbildung).

Inhalt:

Erdmut Wizisla: Sie werden lachen: die Bibel
Eine Betrachtung von Brechts Exemplar………………………………………………………… S. 9

Dirk Heißerer: Greisenglück oder Die wilde Jägerin Leidenschaft
Eine poetische Verwechslung Thomas Manns ……………………………………………..  S. 13

Doris und Jürgen Lauer: Gottes Hand in Löwen. Walter Hasenclevers Weg
vom „geistigen Krieger“ zum kämpferischen Pazifisten ……………………………….  S. 21

Helen Grund: „Bin aus Paris zurück“ Texte ………………………………………………………  S. 51

Gregor Ackermann und Momme Brodersen: Helen Grund (Hessel).
Beiträge zu einer Bibliographie ihrer Schriften …………………………………………….  S. 79

Ruth Landshoff-Yorck: Gefahr in der Haute Savoye und
andere unveröffentlichte Feuilletons ………………………………………………………….  S. 103

Helga Karrenbrock: Stichhaltige Entschuldigungen. Zum Erstdruck
einiger Feuilletons von Ruth Landshoff-Yorck …………………………………………..  S. 111

Anja Nowak und Thomas Küpper: Walter Benjamins Rundfunkarbeiten.
Medienspezifik und kritische Edition …………………………………………………………  S. 115

Werner Jung: Fremder, Gast und Wanderer. Der junge Siegfried Kracauer
und Georg Simmel ……………………………………………………………………………………  S. 123

Wolfgang Klein: Vor dem Krieg. Heinrich Manns Kampf
gegen Faschismus und Nationalsozialismus ……………………………………………….  S. 131

Dirk Heißerer: Addenda und Corrigenda zur Heinrich-Mann-Bibliographie.
Ein Gedenkblatt. In memoriam Brigitte Nestler.
Mitarbeit: Gregor Ackermann, Wolfgang Klein, Volker Riedel …………………..  S. 139

Dirk Heißerer: Das Zeitgesicht. Die vier Heinrich-Mann-Porträts (1921–1927)
des Malers und Graphikers Willi Geiger (1878-1971), ein Exlibris
„Heinrich Mann“ (1921/22) sowie Porträts nach Thomas Mann (1926) und Ernst Bloch (1921). Mit zwölf Abbildungen und einer Bibliographie ……………………………………………….  S. 149

„Vielleicht der wichtigste Versuch einer Siedlungsgemeinschaft auf ideal-kommunistischer Grundlage“. Kontroversen über Heinrich Vogeler und
seine Barkenhoff-Kommune (1919-1923) aus den Jahren 1930/31 ………………  S. 185

Walter Fähnders und Helga Karrenbrock: „Achte, Bruder, das Werk,
das allen dient und uns eint“. Zur Barkenhoff-Kontroverse von 1930/31 ……..  S. 205

Walter Fähnders: „Mitleidiges Bedauern dass ich nicht mehr Künstler sei“.
Eine Postkarte von Heinrich Vogeler an den Rätekommunisten
Fritz Wolffheim ……………………………………………………………………………………….  S. 210

Walter Delabar: Das schöne alte Deutschland. Deutschland-Fotobücher
aus dem Verlag Langewiesche ………………………………………………………………….  S. 217

Armin Strohmeyr: „Unerschöpfliches, köstliches Nomadengut“.
Luise Straus-Ernst (1893–1944) und ihr Exilroman Zauberkreis Paris …………  S. 253

Hermann Ruch: Vergebliche Avancen. Karl Otten und Luise Straus – Bonn 1913.
Mit Literaturhinweisen und einem dokumentarischen Anhang …………………….  S. 269

Helga W. Schwarz: Kaiserwetter für Karl Jakob Hirsch. In Erinnerung
an den Schriftsteller, Künstler und Exilanten
Karl Jakob Hirsch (1892-1952) …………………………………………………………………  S. 287

Gregor Ackermann: Einige Hinweise zu Mascha Kaléko.
Kleine Erinnerungsarbeit(en) II. ………………………………………………………………..  S. 293

Helmuth Kiesel: Eine Dichtung im Dritten Reich. Eine Würdigung
von Emil Straußʼ Roman Das Riesenspielzeug …………………………………………..  S. 303

Walter Delabar: Ein Meisterwerk im Dritten Reich?Anmerkungen zu Helmuth Kiesels Essay über Emil Straußʼ Roman Das Riesenspielzeug………  S. 309

Schafott/Über den grünen Klee – Rezensionen und Hinweise …………………………..  S. 318

Gregorianische Gesänge. Beiträge zur Literatur und Kultur des frühen 20. Jahrhunderts. Gregor Ackermann zum 70. Geburtstag. Hrsg. von Dirk Heißerer und Walter Delabar. Bielefeld: Aisthesis 2023 (= Juni 61-62), 360 Seiten, Euro 38,00.

Zu bestellen beim Aisthesis Verlag: https://www.aisthesis.de/epages/63645342.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/63645342/Products/978-3-8498-1886-9


Kein Chronist der Bewegung

Michael Wildenhain im Kritischen Lexikon der Gegenwartsliteratur – in der Neufassung

28. Juni 2023

Seit 1997 fand sich im KLG der immerselbe Artikel zu Michael Wildenhain, nun wird der Essay von Matthias Kußmann ersetzt. Grund genug gibt es, denn 1997 stand der Berliner Autor Michael Wildenhain, Jahrgang 1958, eigentlich noch am Anfang seiner Karriere und war seitdem äußerst produktiv: Etwa 40 Bände hat er in seiner literarischen Laufbahn veröffentlicht, Erzählungen, Roman, Lyrik, aber eben auch sehr viele Kinder- und Jugendbücher. Der nun erschienene Essay wirft einen Blick auf das Gesamtwerk Wildenhains seit 1983.

Walter Delabar: Michael Wildenhain: Biografie und Essay. In: Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. 133. Nachlieferung. München 2023 (= KLG – 3/23)


Widerspruch in sich?

Jutta Müller-Tamm und Lukas Nils Regeler geben in den Moderne-Studien das spannungsreiche Verhältnis der DDR-Literatur zu den Avantgarden:

Inhalt: Jutta Müller-Tamm: Ein unabgeschlossenes Kapitel. Avantgardetheorie in der DDR / Birgit Dahlke: Alltägliche Arbeit am Kanon. Mierau, Schlenstedt, Barck / Matthew Hines: Allegorie, Aufbau & Avantgarde. Der Lyrikabend vom 11. Dezember 1962 / Heinz-Peter Preußer:  Moderner linker Konservatismus. Erich Arendt als Leitfigur der zivilisationskritischen DDR-Literatur / Henrike Höllein-Krause: Christa Wolf und die weibliche Avantgarde.Virginia Woolf und Charlotte Wolff / Anna Horakova: Mit der Postkunst um die Welt.nTransnationale Institutionenkritik in der Mail-Art-Zeitschrift Uni/vers(;) / Carola Hähnel-Mesnard: Manifeste in selbstverlegten Zeitschriften der 1980er Jahre. Zwischen Aktivismus und kritischer Avantgarde-Reflexion / Lukas Nils Regeler: Die Lyrikerinnen Elke Erb und Raja Lubinetzki im Wechselspiel der literarischen Avantgarden / Christoph Tannert: Avantgarde in der DDR heute? Ein Panorama der Kunst-, Literatur- und Musikszene. Mit einer Nachbemerkung / Johanna Käsmann: Schreiben zwischen On und Off. »Ich« von Wolfgang Hilbig / Valentina Di Rosa: Elke Erb, die »Prenzlauer Berg-Connection« − und die Zeit danach. Zur Kontinuität sprachexperimenteller Praxen seit den 1980er Jahren

Zu erhalten in der berühmten guten Buchhandlung oder direkt beim Verlag: https://www.aisthesis.de/epages/63645342.mobile/de_DE/?ObjectPath=/Shops/63645342/Products/978-3-8498-1831-9


Umkämpftes Deutschland

Das Fotobuch im Neuen Nationalismus der frühen 1930er Jahre

Edmund Schultz, Ernst Jünger: Die veränderte Welt 1918-1933 (1933)

Nationalistische Aktivisten wie Ernst und Friedrich Georg Jünger haben zu Beginn der 1930er Jahre verstanden, dass Fotografien und Fotobücher in der politischen Auseinandersetzung effiziente Waffen sein konnten. Die nun im „Jahrbuch zur Kultur und Literatur der Weimarer Republik“ erschienene Studie stellt die Fotobücher vor, an denen die Brüder Jünger beteiligt waren, und arbeitet deren politische Stoßrichtung heraus: Aus dem offensichtlichen Gegensatz zwischen der Un-Ordnung der „System“-Welt der Demokratie und der Ordnung des Nationalismus ergibt sich der Vorrang des Nationalen.

Walter Delabar: Umkämpftes Deutschland, bekämpftes System. Das Fotobuch des Neuen Nationalismus – Das Beispiel Friedrich Georg und Ernst Jünger. In: Jahrbuch zur Kultur und Literatur der Weimarer Republik 22 (2021/22), S. 61-94.