Neu erschienen: Fräuleinwunder. Zum Literarischen Nachleben eines Labels

Hrsg. von Christiane Caemmerer, Walter Delabar und Helga Meise

Was ist aus ihnen geworden? Was ist aus dem „Fräuleinwunder“ geworden? Ganz normale Literatur, gewöhnliche Autorinnen? Judith Hermann, Karen Duve, Juli Zeh und viele andere Autorinnen des „Fräuleinwunders“ um 2000 stehen im Fokus dieses Bandes. Wer schrieb weiter und welche Formen haben die Autorinnen benutzt, welche literarischen Profile und Karrieren haben sich ergeben, nachdem der Hype vorbei war? Der Band verbindet Bestandsaufnahmen und Beschreibungen des Status quo – 15 Jahre später.

Fräuleinwunder. Zum Literarischen Nachleben eines Labels
Hrsg. von Christiane Caemmerer, Walter Delabar und Helga Meise.
Frankfurt/M.: Peter Lang Verlag 2017
(Interlit 15)
ISBN 978-3-631-66080-5 (Print)
E-ISBN 978-3-653-05495-8 (E-PDF)
E-ISBN 978-3-631-70228-4 (EPUB)

Inhaltsverzeichnis
Christiane Caemmerer, Walter Delabar, Helga Meise
„Fräuleinwunder“ – Eine Welle, ein Label und die Folgen. Eine Einleitung (7)
Anne Fleig, Anna-Lena Scholz
Das Fräuleinwunder auf der Durchreise. Olga Grjasnowas Romane und
ihre Rezeption (13)
Carola Hähnel-Mesnard
Geschichte und Zeiterfahrung in der Prosa von Julia Schoch (31)
Eva Kormann
Kathrin Röggla und die Wunder des Feuilletons (51)
Herta Luise Ott
„…ganz schön absurd, das ganze wording…“ Kathrin Rögglas Schreiben unter dem Zeichen des Verlusts von Wirklichkeit (67)
Carola Hilmes 
Kunst als Raum der Selbstverwirklichung. Shanghai Performance von
Silke Scheuermann (87)
Katrin Dautel
Stadt, Land, Meer. Topographische Lektüren ausgewählter Romane von Karen Duve und Jenny Erpenbeck (101)
Urania Milevski
(Nicht) So tun, als sei die Welt bestens eingerichtet. Karen Duves Taxi als intermediales Archivierungsprojekt (123)
Volker Mergenthaler
„Brautstrauß gefangen“ – Judith Hermanns Aller Liebe Anfang (141)
Ulrike Leuschner
Judith Hermann, Schriftstellerin und Medienfigur (161)
Michael Braun
Short Cuts. Oder: Wie das „Fräuleinwunder“ in den Film kommt (189)
Luise Hertwig
Le miracle de la jeune littérature féminine? Das „Literarische Fräuleinwunder“ und der Literaturtransfer nach Frankreich (203)
Walter Delabar
Wahr, irgendwie wahr oder sollte wahr sein. Juli Zehs Simulationsversuche im Umfeld des Romans Unterleuten (223)


Kleiner Mann in Einbahnstraßen – das neue JUNI Magazin ist erschienen und ist ab sofort im Handel erhältlich.

Bestellungen bitte an den Aisthesis-Verlag
Aus dem Inhalt: 
Walter Hasenclever

Der Große Krieg wirft immer noch seine Schatten, auch auf Autorinnen und Autoren, die wir sehr schätzen. Im dritten (Kriegserinnerungs-) Jahr nun zeigen wir im JUNI, dass auch ein Walter Hasenclever sich von der Begeisterung nicht frei machen konnte. Bislang unbekannte Kriegsberichte des berühmten expressionisti-schen Aachener Autors drucken wir, aber auch seine Bemühungen um die Übersetzungen von Paul Verlaine-Gedichten, um die er sich beinahe zeitgleich im Hintergrund kümmerte. Ein Widerspruch?
Annemarie Schwarzenbach
Autoren müssen Widersprüche aushalten können, nicht zuletzt weil sie sie selber produzieren. Walter Fähnders und Uta Schaffers haben frühe Texte Annemarie Schwarzenbachs ausgegraben und präsentieren sie. Sie zeigen nicht zuletzt, wie sich die junge Autorin aus ihren Anfängen heraus zu ihrer späteren stilistischen Brillanz hin entwickelte. 
Hans Fallada, Sigmund Freud, Albert Einstein, Irmgard Keun, Ernst Toller, Neue Frau, Walter Benjamin
Textfunde prägen dieses JUNI Heft: Ob es sich dabei um die Rezeptionsdokumente zum Werk Walter Benjamins handelt, die hier gesammelt vorgelegt werden, oder um ein Fundstück zum Briefwechsel von Sigmund Freud mit Albert Einstein, ob um einen Vortrag Hans Falladas zur Entstehung von Kleiner Mann – was nun?, der bislang nur in Auszügen gedruckt worden ist, oder um einen Text Louise Dumonts über die Schauspielerin, ob um einen kleinen, frühen Text von Irmgard Keun, der 1932 im Querschnitt erschienen ist, oder um Texte Ernst Tollers – diese Texte aus den 1920er und frühen 1930er Jahren zeigen, wie sehr diese Zeit in Bewegung war und wie sehr sie damit auch kämpfte. 
Anna Siemsen, Louise Dumont
Dass wir in diesem Heft wieder einmal eine starke rheinische Präsenz haben, freut uns naheliegend: Dazu gehört auch die Pädagogin und Publizistin Anna Siemsen, die – in Hamm geboren – in Bonn studierte und zeitweilig in Düsseldorf wirkte. Hasenclever, Keun, Dumont kommen hinzu, zu denen wir jeweils Essays und Texte abdrucken. 
Rezensionen zu: Arnau, Döblin u.a.: Die verschlossene Tür; Fallada Kleiner Mann in der Ur-Ausgabe; Heinrich Grisars Werk wird neu entdeckt; Ruth Landshoff-Yorcks Kleine Texte; Alfred Polgars Porträt Marlene Dietrichs; zur Rekonstruktion des Dada-Globe; Marta Karlweis‘ „EIn österreichischer Don Juan“ und Jack Londons „Mord auf Bestellung“; Wolfgang Pesoldts Geschichte des Fotojournalismus und über einen Sammelband über Anna Siemsen.

Kleiner Mann in Einbahnstaßen. Funde und Auslassungen zu Irmgard Keun, Carl Sternheim, zur Neuen Frau, zu Walter Hasenclever, Louise Dumont, Annemarie Schwarzenbach, Walter Benjamin, Hans Fallada, Albert Einstein, Anna Siemsen, Sigmund Freud, Ernst Toller und anderen. Hrsg. von Gregor Ackermann und Walter Delabar. Bielefeld 2017 (= JUNI 53-54).
Einzelheft 34 Euro. Abo 25 plus Versand.


WEIBISCH, FRANKOPHIL UND (NICHT NUR) VON MÄNNERN GEMACHT

Französischer Herkunft ist es, wird nur von Frauen oder Zeitungslesern wahrgenommen, ist selbst weiblich, ja eigentlich weibisch, macht Aufhebens um sich und lässt jeden ran, der will. Es ist nicht ganz ernst zu nehmen, was seinen Vertretern nicht passt, ist zudem arg flüchtig und muss um Anerkennung und Beständigkeit kämpfen. Es enthält Gedanken, aber wer weiß, was davon bleibt.

Attraktiv will es sein, und jeder will an seinem Mieder herumnesteln, wie Karl Kraus mit ganzem Widerwillen formuliert hat. Da wollen wir nicht zögern und selber nesteln. Und das aus gutem Grund.
Das Feuilleton ist einer der wichtigsten Schauplätze der Literatur und Kultur der Weimarer Republik. Im Exil sind Zeitungen und Zeitschriften wichtige Kom-munikationsmedien der exilierten deutschen Intelligenz. Die Zeitungen, Illustrierten und Zeitschriften hatten in der Weimarer Republik ihre erste große Konjunktur und bestimmten den Kulturbetrieb der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 

Das JUNI Magazin Nr. 51-52 ist erschienen mit 
Denkbildern, Schmuck- und Fundstücken, Randständigem, Hauptsächlichesm, Amüsantem und Bedenklichem aus der Geschichte des Feuilletons im frühen 20. Jahrhundert
Herausgegeben von Werner Jung und Walter Delabar

Zu beziehen über den Aisthesis-Verlag, Bielefeld. Im Abo 25,00 Euro plus Versand. Im Einzelpreis: 34,00 Euro.


Heimat? Welche Heimat?

Heimat spielt in den fremdenfeindlichen Debatten eine große Rolle, soll sie doch erhalten oder verteidigt werden. Dass der Heimatbegriff solchen Ansätzen zu Diensten ist, ist Tradition in Deutschland. Dass er damit gegen seine tatsächliche Bedeutung politisch missbraucht wird, bleibt dabei unbenommen.

Wozu Heimat dient und wie der Begriff verwendet wird, das wird in einem Band verhandelt, den der Heimatverein der Erkelenzer Lande herausgegeben hat. Darin findet sich der folgende Aufsatz: Walter Delabar: Heimat, ein Konzept. Oder: Warum Heimat in der modernen Gesellschaft immer noch einen so hohen Stellenwert hat. In: Heimat in Literatur, Sprache und Kunst. Annäherungen an einen problematischen Begriff.  Hrsg. von Helmut Brall-Tuchel und Anke Peters. Erkelenz 2015, S. 81-98