Heimat? Welche Heimat?

Heimat spielt in den fremdenfeindlichen Debatten eine große Rolle, soll sie doch erhalten oder verteidigt werden. Dass der Heimatbegriff solchen Ansätzen zu Diensten ist, ist Tradition in Deutschland. Dass er damit gegen seine tatsächliche Bedeutung politisch missbraucht wird, bleibt dabei unbenommen.

Wozu Heimat dient und wie der Begriff verwendet wird, das wird in einem Band verhandelt, den der Heimatverein der Erkelenzer Lande herausgegeben hat. Darin findet sich der folgende Aufsatz: Walter Delabar: Heimat, ein Konzept. Oder: Warum Heimat in der modernen Gesellschaft immer noch einen so hohen Stellenwert hat. In: Heimat in Literatur, Sprache und Kunst. Annäherungen an einen problematischen Begriff.  Hrsg. von Helmut Brall-Tuchel und Anke Peters. Erkelenz 2015, S. 81-98


„Den dicken Brocken zu Brecht und Valentin spare ich mir noch für den Urlaub auf.“

Der Literaturwissenschaftler Dieter Schiller – alter Kämpe der abgewickelten Akademie der Wissenschaften der DDR – war Beiträger zum letzten JUNI-Magazin mit einem Aufsatz zu Erich Mühsam. Er hat mir erlaubt, sein Schreiben öffentlich zu machen:

„Sehr geehrter Herr Delabar,
nun ist das Heft erschienen, und ich freue mich über den sehr lesesnwerten Kontext, in dem ich da stehe.“

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Reflexionen über das Wesen und die Bewältigung der Moderne

Neu erschienen: 
Das riskante Projekt. Die Moderne und ihre Bewältigung. Band II. Hrsg. von Simon Huber, Behrang Samsami, Ines Schubert und Walter Delabar. Bielefeld 2015 (Modern-Studien 19).

Reflexionen über das Wesen und die Bewältigung der Moderne werden im frühen 20. Jahrhundert in unterschiedlichsten Diskursräumen geführt: in der Literatur, in Zeitungen, in der Malerei und Musik und natürlich auch in der Politik, im Wohnzimmer und am Stammtisch. Genauso heterogen wie die Orte sind auch die Beschreibungen und Bewältigungsstrategien der Moderne. Sie reichen von radikalen Verweigerungshaltungen bis zu umfassenden Synchronisationsversuchen, von der Beschwörung einer angeblich besseren Vergangenheit bis zur Bejahung des Jetztzustandes. 
Die Beiträge des vorliegenden zweiten Bandes zur „Moderne als riskantem Projekt“ zeigen die Variationsbreite der Reflexionen und Strategien im frühen 20. Jahrhundert. Es geht in ihnen um die Sicherung und den Ausbau individueller Freiheiten, die (Re-) Etablierung stabiler Gemeinschaften, die Bewältigung der permanenten gesellschaftlichen Veränderungen, die Stiftung stabiler Orientierungshilfen und um adäquate Darstellungsweisen des Wandels. 
Erhältlich im Aisthesis Verlag www.aisthesis.de


Karl Valentin und Bertolt Brecht

Ja, tätsächlich. Sie sind zusammen aufgetreten, und zwar am Abend der Uraufführung von „Trommeln in der Nacht“ – und mit ihnen alles, was Rang und Namen. Ein großer Spaß muss das gewesen sein – und der Ursprung des epischen Theaters. Dirk Heißerer beschreibt „Die rote Zibebe“.
Außerdem noch Beiträge zu Erich Mühsam, Marcel Proust, Ruth Landshoff-Yorck und Wolf von Niebelschütz.
Alles das ist zu finden im neuen JUNI Magazin.

Jetzt erhältlich, ordern beim Verlag:
IMPROVISATIONEN IN MEHR ALS ZWEI BILDERN
Dargebracht von (in order of appearance) Bertolt Brecht, Karl Valentin, Liesl Karlstadt, Valeska Gert, Annemarie Hase, Max Schreck, Kurt Horwitz, Hugo Welle, Joachim Ringelnatz, Ludwig Hardt, Klabund, Ruth Landshoff-Yorck, Erich Mühsam, Joseph Roth, Emil Szittya, Marcel Proust, Max Eyth, 
Wolf von Niebelschütz, Wilhelm Speyer, 
Hermann Kesten und Klaus Mann.

Herausgegeben von Gregor Ackermann und Walter Delabar

JUNI
Magazin für Literatur und Politik
AISTHESIS VERLAG www.aisthesis.de
Bielefeld 2015
Abonnement 25 Euro, Hefteinzelpreis: 34 Euro


Kollateralschäden der Gerechtigkeit

Das Krimigenre inszeniert Gerechtigkeit als Rechtsverstoß und personalisierte Gewalt als legitim. Eine fatale Entwicklung. 

In Kriminalromanen und -filmen werden Rache und Vergeltung immer häufiger der Strafe durch das Rechtssystem vorgezogen. Diese Entwicklung ist nachvollziehbar, ist Rache doch konkreter und direkter als es jede polizeiliche Ermittlung und ein Gerichtsverfahren sein könnten. Fatal ist es doch.
Jetzt erschienen in: Weimarer Beiträge 60 (2014) H. 2, S. 266-275.