WEIBISCH, FRANKOPHIL UND (NICHT NUR) VON MÄNNERN GEMACHT

Französischer Herkunft ist es, wird nur von Frauen oder Zeitungslesern wahrgenommen, ist selbst weiblich, ja eigentlich weibisch, macht Aufhebens um sich und lässt jeden ran, der will. Es ist nicht ganz ernst zu nehmen, was seinen Vertretern nicht passt, ist zudem arg flüchtig und muss um Anerkennung und Beständigkeit kämpfen. Es enthält Gedanken, aber wer weiß, was davon bleibt.

Attraktiv will es sein, und jeder will an seinem Mieder herumnesteln, wie Karl Kraus mit ganzem Widerwillen formuliert hat. Da wollen wir nicht zögern und selber nesteln. Und das aus gutem Grund.
Das Feuilleton ist einer der wichtigsten Schauplätze der Literatur und Kultur der Weimarer Republik. Im Exil sind Zeitungen und Zeitschriften wichtige Kom-munikationsmedien der exilierten deutschen Intelligenz. Die Zeitungen, Illustrierten und Zeitschriften hatten in der Weimarer Republik ihre erste große Konjunktur und bestimmten den Kulturbetrieb der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 

Das JUNI Magazin Nr. 51-52 ist erschienen mit 
Denkbildern, Schmuck- und Fundstücken, Randständigem, Hauptsächlichesm, Amüsantem und Bedenklichem aus der Geschichte des Feuilletons im frühen 20. Jahrhundert
Herausgegeben von Werner Jung und Walter Delabar

Zu beziehen über den Aisthesis-Verlag, Bielefeld. Im Abo 25,00 Euro plus Versand. Im Einzelpreis: 34,00 Euro.

Heimat? Welche Heimat?

Heimat spielt in den fremdenfeindlichen Debatten eine große Rolle, soll sie doch erhalten oder verteidigt werden. Dass der Heimatbegriff solchen Ansätzen zu Diensten ist, ist Tradition in Deutschland. Dass er damit gegen seine tatsächliche Bedeutung politisch missbraucht wird, bleibt dabei unbenommen.

Wozu Heimat dient und wie der Begriff verwendet wird, das wird in einem Band verhandelt, den der Heimatverein der Erkelenzer Lande herausgegeben hat. Darin findet sich der folgende Aufsatz: Walter Delabar: Heimat, ein Konzept. Oder: Warum Heimat in der modernen Gesellschaft immer noch einen so hohen Stellenwert hat. In: Heimat in Literatur, Sprache und Kunst. Annäherungen an einen problematischen Begriff.  Hrsg. von Helmut Brall-Tuchel und Anke Peters. Erkelenz 2015, S. 81-98

„Den dicken Brocken zu Brecht und Valentin spare ich mir noch für den Urlaub auf.“

Der Literaturwissenschaftler Dieter Schiller – alter Kämpe der abgewickelten Akademie der Wissenschaften der DDR – war Beiträger zum letzten JUNI-Magazin mit einem Aufsatz zu Erich Mühsam. Er hat mir erlaubt, sein Schreiben öffentlich zu machen:

„Sehr geehrter Herr Delabar,
nun ist das Heft erschienen, und ich freue mich über den sehr lesesnwerten Kontext, in dem ich da stehe.“

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Reflexionen über das Wesen und die Bewältigung der Moderne

Neu erschienen: 
Das riskante Projekt. Die Moderne und ihre Bewältigung. Band II. Hrsg. von Simon Huber, Behrang Samsami, Ines Schubert und Walter Delabar. Bielefeld 2015 (Modern-Studien 19).

Reflexionen über das Wesen und die Bewältigung der Moderne werden im frühen 20. Jahrhundert in unterschiedlichsten Diskursräumen geführt: in der Literatur, in Zeitungen, in der Malerei und Musik und natürlich auch in der Politik, im Wohnzimmer und am Stammtisch. Genauso heterogen wie die Orte sind auch die Beschreibungen und Bewältigungsstrategien der Moderne. Sie reichen von radikalen Verweigerungshaltungen bis zu umfassenden Synchronisationsversuchen, von der Beschwörung einer angeblich besseren Vergangenheit bis zur Bejahung des Jetztzustandes. 
Die Beiträge des vorliegenden zweiten Bandes zur „Moderne als riskantem Projekt“ zeigen die Variationsbreite der Reflexionen und Strategien im frühen 20. Jahrhundert. Es geht in ihnen um die Sicherung und den Ausbau individueller Freiheiten, die (Re-) Etablierung stabiler Gemeinschaften, die Bewältigung der permanenten gesellschaftlichen Veränderungen, die Stiftung stabiler Orientierungshilfen und um adäquate Darstellungsweisen des Wandels. 
Erhältlich im Aisthesis Verlag www.aisthesis.de